Spielt alle Gegner aus:
Keith Bontrager spielt
in seiner Freizeit
gerne Fußball.

Seltener Vogel: Nur 400 Rahmen verlassen die Bontrager-Schmiede in Santa Cruz.



Einarmiger Bandit:
Der Monostay Hinterbau
spart Gewicht,
reduziert aber die
Verwindungssteifigkeit.

Alles Bontrager oder was ?
Keith Bontrager baut neben Rahmen
auch leichte und filigrane Vorbauten.

PORTRAIT: KEITH BONTRAGER
 Keith Bontrager aus Santa Cruz in Kalifornien ist seit mehr als 12 Jahren im Mountainbike-Geschäft. Ursprünglich verdiente er sich sein Geld jedoch als Motorradmechaniker und Tuning-Spezialist. Mit Bontrager-Maschinen haben sogar zwei Motorrad-Weltmeister ihre Titel eingefahren. Seine Karriere als Rahmenbauer startete er als Konstrukteur von Crossrädern, die mittlerweile fünf nationale Titel errangen. Seit 1980 baut Keith Bontrager auch Mountain- bikes. In kurzer Zeit mauserte er sich zu einem der angesehensten Bike-Designer der USA. So entwickelte er zum Beispiel die Geometrien für die Kestrel Carbonbikes. Aufsehen erregte er auch mit seiner Switchblade-Gabel und den ersten schmalen Mountainbike-Felgen. Er verkürzte dazu einfach herkömmliche Rennradfelgen auf 26 Zoll und gab damit die Initialzündung für Leichtfelgen. Heute fertigt er in seiner Firma Switchblade-Gabeln und etwa 400 Rahmen im Jahr, falls er nicht gerade wieder einmal neue Produkte für andere Hersteller austüftelt. Der letzte Coup des Design-Genies: der leichte und superschmale Bontrager Sattel von Selle San Marco.

DESIGN UND OPTIK:
 Keith Bontrager setzt voll auf Stahl. Seiner Meinung nach bietet dieser Werkstoff die besten Allroundeigenschaften für die Konstruktion eines leichten und stabilen Rahmens. Während viele andere Hersteller die Rohrdimensionen aufblasen, um die Rahmensteifigkeit zu erhöhen, geht Keith Bontrager einen vollkommen anderen Weg: Er verstärkt das filigrane Rohrgeflecht an den hoch belasteten Stellen - zum Beispiel am Steuerrohr - mit konkaven Verstärkungsblechen. Dadurch erhöht sich die Steifigkeit und die Stabilität des Rahmens erheblich. Die Sitzstreben bestehen beim Bontrager Race aus jeweils zwei unterschiedlich dicken Rohren, die miteinander vernietet sind. Dadurch bekommt der Hinterbau an den kritischen Punkten eine höhere Stabilität, ohne das Gewicht unnötig in die Höhe zu treiben.

FAHREIGENSCHAFTEN:
 Keith Bontrager bietet seine Bikes mit einer speziellen Geometrie für die Rock-Shox-Federgabel an. Die Arbeit hat sich gelohnt: Kaum ein anderes Federgabelbike läuft so wieselflink und leichtfüßig durch enge Single-Trails wie das Bontrager Race. Allerdings wirkt das Bike ein wenig kopflastig. Das liegt an dem steilen, rennradähnlichen Sitzrohrwinkel, der den Fahrer recht weit nach vorne auf dem Bike platziert. Dadurch lastet viel Gewicht auf der Frontpartie, so daß das Vorderrad in schnellen Kurven schon einmal wegschmiert. Dafür bäumt das Bike an Steigungen erst sehr spät auf. Überhaupt hat man das Gefühl, mit dem Bontrager sehr gut die Berge hinauf zu kommen, weil der Fahrer seine Kraft durch die vorgeschobene Sitzposition optimal auf die Pedale wuchtet. Die Federgabel sorgt darüber hinaus für einen guten Fahrkomfort und sichere Downhilleigenschaften.

ZIELGRUPPE:
 Das Bontrager Race ist ein gutes Cross-Country-Bike mit ausgezeichnetem Fahrkomfort und ungewöhnlichen Detaillösungen. Der steile Sitzwinkel und die weit vorne liegende Fahrposition machen es besonders für Rennrad-erfahrene Biker interessant.

PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS:
 Mittelmäßig. Ein hochwertiger US-Rahmen mit guten Fahreigenschaften, Rock-Shox und erstklassige Komponenten - wirklich prima, aber keine 6200 Mark wert. Die Kleinserie von 400 Rahmen pro Jahr schlägt hier kräftig zu Buche.

IMAGE:
 Sehr gut. Wer Bontrager kennt, weiß um seinen exzellenten Ruf in der Bike-Branche. Wer ihn nicht kennt, wird mit einem ungewöhnlichen, filigranen Stahlrahmen aus handgemachter Kleinserie entschädigt. Fast ein Sammlerstück, auf alle Fälle aber ein Top-Bike für Insider.

Heilig´s Blechle: Keith Bontrager verstärkt die Rohre an den kritischen Stellen.

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