Rotschopf: Chris Chance war
der erste Bike-Konstrukteur
an der Ostküste.

Rothirsch: Das Fat Chance besitzt rassige Fahreigenschaften in dezenter Verpackung.



Rothändle:
Die filigrane Gabel sorgt
für einen guten Fahrkomfort
und ein exaktes Lenkverhalten.

Rothaut:
Der makellose Lack verbirgt filigrane
und gleichmaßige Schweißnähte.

PORTRAIT: CHRIS CHANCE
 Eigentlich hat Chris Chance Theaterwissenschaften studiert. Aber schon während seines Studiums schenkte der zukünftige Bike-Designer aus Boston seine Aufmerksamkeit mehr den Straßenrennen als Shakespeares Theaterstücken. Nebenbei jobbte er auch noch in einem Fahrradladen, wo er den Umgang mit Schweißbrenner und Lötkolben lernt. Als der Laden bankrott macht, kauft Chris Chance das Werkzeug und baut eigene Rennrahmen nach Kundenwunsch. Ersten Kontakt mit dem Mountainbike bekommt er 1981, als ein Bekannter von ihm ein Ritchey-Bike aus Kalifornien mitbringt. Er probiert es aus und ist total begeistert. Im August 1982 beginnt Chris Chance mit dem Bau von Mountainbikes, weil ein Freund bei einem Downhill-Straßenrennen unbedingt auf einem Mountainbike antreten will. Im ersten Jahr produziert er nicht mehr als 13 Bikes - heute jedoch fertigt Chris Chance zusammen mit seinen 30 Mitarbeitern in Handarbeit etwa 2500 Stahlrahmen pro Jahr.

DESIGN UND OPTIK:
 Von aufsehenerregenden Entwicklungen, wie zum Beispiel dicken Oversized Alu-Rahmen oder vollgefederten Boliden hält Chris Chance nicht viel. Nach seiner Meinung muß ein Bike durch seine problemlosen Fahreigenschaften überzeugen und nicht durch eine ausgefallene Optik und technische Gimmicks. Sein Metier sind klassische, unauffällige Stahlrahmen, die er immer wieder mit viel Liebe zum Detail verfeinert. Die langjährige Erfahrung mit True Temper-Stahl erlaubt es Chris Chance, das Gewicht weiter zu senken, ohne dabei die Stabilität zu beeinträchtigen. So verbaut Chris Chance beim Wicked sehr dünnwandige Rohre, die er an stark belasteten Stellen - wie zum Beispiel am Unterohr - mit zusätzlichen Blechen verstärkt.

FAHREIGENSCHAFTEN:
 Chris Chance versteht sein Handwerk: Obwohl das Fat Chance Wicked in der Geometrie etwas von den üblichen Standardmaßen abweicht, überzeugt es dennoch mit sehr ausgewogenen Fahreigenschaften. Der Fahrer nimmt auf dem Bike eine sportliche Sitzposition ein, die sich sowohl im Renneinsatz wie auch auf Touren bewährt. Das Lenkverhalten ist ebenfalls problemlos: Das Wicked reagiert spontan auf die Steuerbefehle des Fahrers und läßt sich zielsicher durch enge Kurven dirigieren. Schnelle Abfahrten meistert das Fat Chance wie auf Schienen. Der Rahmen verwindet sich dabei kaum und schont so das Nervenkostüm des Fahrers. Für einen hervorragenden Fahrkomfort sorgt die filigrane Stahlgabel, die souverän die gröbsten Schläge absorbiert.

ZIELGRUPPE:
 Das Fat Chance Wicked ist die richtige Wahl für Biker mit einem Faible für Understatement. Hinter der dezenten Optik verbergen sich erstklassige Fahreigenschaften. Rennfahrern paßt das Wicked wie angegossen, Tourenbiker kommen auch ganz gut damit klar.

PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS:
 Mittelmäßig. Ein hochwertiger, ausgezeichnet verarbeiteter Rahmen und funktionelle Komponenten stehen auf der einen Seite, das relativ preisgünstige Material und der Verzicht auf technische Highlights stehen dagegen. Für 5800 Mark bieten viele Konkurrenten mehr.

IMAGE:
 Sehr gut. Hochwertiges Material, Handarbeit aus den USA, geringe Stückzahlen. Interessante Detaillösungen, witziges Graffiti-Dekor. Wenige, aber sehr bekannte Top-Modelle (Team, Wicked, Monster). Relativ zurückhaltende Edel-Optik. Nur für Kenner.

Rotfront:
Ein kurzes Steuerrohr zwingt
den Fahrer in eine sportliche
Haltung.
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