Chris Chance, Gründer und Chef der Mountain-Bike-Schmiede Fat City Cycles, kommt aus der Bostoner Rennrad-Szene. 1982 wurde der Straßen-Fahrer und Hersteller jedoch in den Bann der Fat-Tire-Bikes gezogen. Der Bike-Profi von der Ostküste hat mittlerweile über 10000 Mountain-Bike-Rahmen produziert.

bike: Chris, wie kam der Sinneswandel vom Rennrad zum Mountain Bike ?
Chance: 1981 brachte ein Freund von mir ein Ritchey-Bike aus Kalifornien mit. Ich probierte es aus und war total begeistert. Schon ein Jahr später gründete ich Fat City Cycles.
bike: Es heißt immer, die Bikes von der Ostküste würden sich gravierend von den Westcoast-Rädern unterscheiden. Stimmt das ?
Chance: In meiner Anfangszeit traf das zu. Die Bikes aus Kalifornien schienen alle eigens für die Repack-Rennen konstruiert worden zu sein. Sie waren perfekt für schnelle Downhills - konnten sich jedoch auf unseren schmalen Trails mit Wurzeln und Felsen nicht bewähren. Auch die Klettereigenschaften überzeugten uns nicht. Deshalb wählten wir schon früh steile Winkel und kurze Kettenstreben. Bald zogen die Westküsten-Designer jedoch mit ihren Geometrien nach. Heute gibt es jedoch kaum noch einen Unterschied.

bike: Du verwendest ausschließlich CroMoly bei Deinen Bikes. Hältst Du Stahl für den besten Werkstoff ?
Chance: Verglichen mit Carbon oder Titan ist Stahl am einfachsten und billigsten zu verarbeiten. Wichtig sind für mich jedoch auch die Festigkeits- und Dämpfungseigenschaften des Materials. Stahl ist relativ flexibel und weist geringe Ermüdungseigenschaften auf. Aluminium dagegen verschleißt schneller und ist für mich von den Fahreigenschaften her oft zu steif.
bike: Wie schätzt Du den Trend zu überdimensionalen Steuersätzen ein ?
Chance: Für Bikes mit Gabelschäften aus Stahl sind die Oversized-Headsets völlig überdimensioniert. Solange der Hersteller keine reinen Alu- oder Titan-Gabeln verwendet, halte ich die neuen Steuersätze für nichts anderes als einen Werbegag.

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