Flower Power: Gary Fisher ist in
seinem Herzen immer noch ein Hippie.

Power pur: Das Gary Fisher ist ein schnörkelloser Allroundsportler.



Kopfarbeit: Der Aheadset-
Steuersatz läßt sich in
Sekundenschnelle einstellen
und justieren.

Die Handschrift des Meisters: Versetzte
Zuganschläge verhindern das Scheuern
der Züge am Rahmen.

PORTRAIT: GARY FISHER
 Gary Fisher der Urvater des Mountainbikes, fuhr schon im zarten Alter von 12 Jahren Straßenrennen. Mitte der 60er Jahre stellte der heute 42jährige sein Können unter Beweis. Als er 1974 von den verrückten Downhillracern aus Marin County hört, die sich mit uralten Cruisern die Fire Roads hinunterstürzen, probiert er den Spaß selbst einmal aus. Ihn ärgert allerdings, daß man mit den schweren Bikes nicht den Berg hinauffahren kann, sondern immer schieben muß. Kurzerhand montiert Gary Fisher eine 15-Gang-Schaltung aus alten Rennradteilen an sein Schwinn. Das ist die Geburtsstunde der Mountainbikes. In den folgenden Jahren präsentiert Gary Fisher immer wieder Bikes, die für Aufsehen sorgen. 1989 durchbricht Fisher alle Rahmenbautraditionen und präsentiert einen "Supersize"-Steuersatz und großdimensionierte Sattelstützen, die den Anforderungen im Gelände besser standhalten sollen. Ein Jahr später diskutiert die Fachwelt das erste Fisher-Bike mit einem gebogenen Sitzrohr, das die Steigfähigkeit verbessern soll. Aus Kostengründen verlegt er seine Bike-Produktion von den USA nach Taiwan. 1993 wechselt die Produktion jedoch wieder in die USA, weil Trek die Firma Gary Fishers gekauft hat.

DESIGN UND OPTIK:
 Gary Fisher hält sich streng an seinen Leitsatz: Funktion geht über alles, die Optik ist zweitrangig. Unter diesem Motto entwickelt er schnörkellose Offroad-Maschinen mit einer ausgewogenen Geometrie, die neben aller Sportlichkeit auch noch ein gewisses Maß an Fahrkomfort bietet. So war er zum Beispiel der erste Großserienhersteller, der ein Federgabelbike in seinem Programm hatte. Besonderen Wert legt Gary Fisher auf die Robustheit der Rahmen und Komponenten. So verbaut der Altmeister im Pro-Caliper ein selbst entwickeltes Innenlager mit Industrielagern und einen robusten Aheadset-Steuersatz, der für die Ewigkeit gebaut scheint.

FAHREIGENSCHAFTEN:
 Der Fahrer nimmt auf dem Gary Fisher Pro-Caliper eine sportliche und trotzdem bequeme Sitzposition ein, so daß man sich im Rennen und auf Touren gleichermaßen wohl fühlt. Das Lenkverhalten des Fisher-Bikes erfordert jedoch einigen Krafteinsatz an der Steuer-Stange: Das Bike schwenkt nur unwillig in enge Kurven ein, und der Lenker kippt im Wiegetritt leicht ab. Dafür glänzt das Fisher auf schnellen Downhillritten mit einer ausgezeichneten Laufruhe, so daß auch ängstliche Piloten zügig ins Tal kommen. Darüber hinaus besitzt das Pro-Caliper ausgezeichnete Klettereigenschaften: Durch die gute Traktion und die geringe Aufbäumneigung meistern selbst unerfahrene Piloten kräftige Steigungen ohne Schwierigkeiten.

ZIELGRUPPE:
 Das Gary Fisher Pro-Caliper ist ein ausgewogener Allroundsportler, der dank Rock-Shox-Gabel einen hervorragenden Fahrkomfort aufweist. Die Ausstattung ist gemessen am Preis ausgezeichnet. Wer ein durchdachtes US-Bike für alle Tage sucht, ohne dafür einen happigen Image-Aufpreis zu zahlen, liegt mit dem Gary Fisher goldrichtig.

PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS:
 Sehr gut: Ein hochwertiger Prestige-Superlight-Rahmen, Rock-Shox-Gabel und XTR - von der Qualität und den Funktionen her geht´s kaum noch besser. Knapp 4700 Mark gehen dafür in Ordnung.

IMAGE:
 Befriedigend. Der Nimbus des alten Meisters hat sich in den letzten Jahren etwas abgenutzt. Eine Modellpalette bis hinunter in die niedrigsten Preislagen, Taiwan-Fertigung und Firmenpleiten haben den Ruf von Gary Fisher merklich geschadet. Mit Trek und einer neuaufgelegten US-Produktion kann´s nur besser werden.

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