Steht auf üppige Formen:
Gary Klein baut Alubikes
mit riesigen Rohrdurchmessern.

Des Widerspenstigen Zähmung: Die Rock-Shox Federgabel sorgt am knallharten Attitude-Rahmen für einen angenehmen Fahrkomfort.

Mission Control an Fahrer: Zieh wie Du willst, ich beweg mich trotzdem nicht.Quadratisch, praktisch, gut: Die rechteckigen Kettenstreben sorgen für einen steifen Hinterbau.

PORTRAIT: GARY KLEIN
 Bei Gary Klein muß alles eine Nummer größer sein: Sein erstes Radrennen - 1971 - ging gleich über 200 Meilen, und das auch noch auf einem schweren Tourenrad von Schwinn. Von da an war der 18jährige unheilbar vom Bike-Bazillus befallen. Während seines Chemiestudiums an der Massachusetts Universität in Boston lernte Gary Klein schweißen, drehen und fräßen. Nebenbei bastelte er an Fahrradteilen für seine Freunde aus dem Rennradklub. Nach dem Studium arbeitete er zunächst bei einer großen Erdölfirma, hatte aber recht bald die Nase von dem Laborjob voll und widmete sich nur noch dem Rahmenbau. 1985 saß der Gary Klein zum ersten Mal auf einem Mountainbike - und war sofort begeistert. Heute stellen seine 50 Angestellten in Chehalis, einem kleinen Kaff in der Nähe von Seattle, zu 70 Prozent Mountainbikes her. Die restlichen 30 Prozent verteilen sich auf Renn- und Trekkingräder.

DESIGN UND OPTIK:
 Gary Klein, heute 40jährig und Vater von drei Töchtern, verdankt den Erfolg im Mountainbike-Bereich seinem ungewöhnlichen Rahmendesign: Er schwört auf dickrohrige Aluminium-Rahmen, die jeden Pedalltritt ohne Energieverlust in Vortrieb umsetzen. Die Oversized-Bauweise erlaubt es dabei, die Wandstärke der Aluminiumrohre gering zu halten, so daß die Rahmen trotz hoher Steifigkeit nur wenig Gewicht auf die Waage bringen. Weitere Besonderheiten: Statt konventioneller Steuerkopf- und Innenlager preßt Gary Klein große Industrielager aus dem Flugzeugbau in seine Top-Modelle. Die voluminöse Lenker-Vorbau-Einheit aus Aluminium gehört ebenfalls zu den ungewöhnlichen Lösungen in der Bike-Branche.

FAHREIGENSCHAFTEN:
 Im bike-Test 9/ 91 verging den Fahrern auf einem ungefederten Attitude noch Hören und Sehen. Der knallharte Rahmen und die gerade, wuchtige Alugabel gaben die Schläge nahezu ungefiltert an den Piloten weiter. In diesem Jahr sorgt die Rock-Shox Mag 21 für einen angemessenen Fahrkomfort. Allerdings geht durch die relativ verwindungsfreudige Federgabel etwas von dem präzisen Lenkverhalten verloren, das die ungefederte Version in engen Trialpassagen auszeichnete. Trotzdem schlägt das Klein die meisten anderen Federgabelbikes in Sachen Lenkpräzision um Längen. Auch am Berg vermittelt das Attitude ein angenehmes Fahrgefühl: Es bäumt spät auf und wandelt jeden Tritt ohne Umschweife in Vortrieb um. Schnelle Downhillpassagen meistert das Klein ebenfalls gelassen. Die Sitzposition ist sehr sportlich, so daß man den Aluboliden am sinnvollsten in harten Rennen einsetzt.

ZIELGRUPPE:
 Das Klein Attitude ist eine reinrassige Rennmaschine. Gut für kraftvolle Fahrer, die einen verwindungssteifen Rahmen zu schätzen wissen. Noch besser als Cafe´ Racer - zieht mehr Blicke auf sich als eine aufgemotzte Corvette.

PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS:
 Mittelmäßig. Ein hochwertiger Rahmen mit aufwendiger Lagertechnik und einer Spitzen-Lackierung, die neue Rock-Shox Mag 21 und eine komplette XTR-Gruppe - das ist schon eine Menge Geld wert. 7000 Mark sind aber auch bei dieser Leistung kein Sonderangebot.

IMAGE:
 Sehr gut. Eigenständiges Design, hohe Material- und Verarbeitungsqualität. Geringe Stückzahlen, handmade in the USA. Nur hochpreisige Modelle, keine Billigbikes. Viele sportliche Erfolge. Einziges Manko: sehr auffällig, klaugefährdet und angeberverdächtig.

Ist der dick, Mann: Im
Steuerkopf des Attitude arbeiten riesige Industrielager.
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