Der Klassiker: Seit Jahren ist das Design der Ritchey-Bikes unverändert.

Die Sparlösung: Eine kleine Öse führt den Bremszug um die Sattelstütze herum.Rate mal: Was heißt P-22 ? Das ist die Gewichts- angabe: 22 amerikanische Pfund gleich 10 Kilo- gramm.

PORTRAIT: TOM RITCHEY
 Tom Ritchey gehört heute zu den erfolgreichesten Designern der Bike-Branche. Neben den etwa 1200 Bikes im Jahr ziert sein Logo auch viele Komponenten, die man an hochwertigen Bikes aus aller Herren Länder findet. Seine Karriere startete Tom Ritchey bereits im zarten Alter von 14 Jahren mit dem Bau eines Rennradrahmens. Seine zweite Leidenschaft ist neben dem Rahmenbau der Rennradsport. Auch hier ist Tom Ritchey ein Senkrechtstarter. Als Junior dominiert er die Straßenrennen in Nordkalifornien und vertritt 1974 die amerikanische Flagge bei der Junioren-Straßenweltmeisterschaft. 1979 bekommt er Kontakt zu den Bike-Pionieren Joe Breeze und Gary Fisher. Er ist sofort von der Mountainbike-Idee fasziniert und beginnt 1978 mit einer eigenen Bike-Produktion. Heute lebt der 34jährige mit Frau und Kind und zwei Kindern in Palo Alto/ Kalifornien, nicht weit entfernt von der Ritchey-Zentrale in Redwood-City. Hier entwickelt er neue Komponenten. Nur bei den filled brazed (muffenlos gelöteten) Rahmen legt der Meister noch selbst Hand an.

DESIGN UND OPTIK:
 Auf den ersten Blick wirken die Bikes von Tom Ritchey etwas konservativ. Ritchey pflegt und verfeinert alle Bauteile und Konstruktionen, die sich im Radbau seit Jahrzehnten bewährt haben. Er hält folglich auch nicht viel von Federungen, hochgezogenen Kettenstreben und exotischen Materialien, da diese seiner Ansicht nach häfig mehr Nachteile als Vorteile bringen. Besonderen Wert legt er bei seinen Rahmen und Komponenten auf geringes Gewicht bei dennoch ausreichender Stabilität. Bestes Beispiel dafür ist der Ritchey Logic-Rohrsatz, der in Zusammenarbeit mit dem japanischen Rohrgiganten Tange entstand. Die dünnwandigen CroMoly-Rohre gaben den Anstoß für eine wahre Flut an Leichtbau-Rohrsätzen. Ein Klassiker ist auch die Ritchey Logic-Gabel: Die Stahlforke vereint geringes Gewicht mit erstklassigen Dämpfungseigenschaften.

FAHREIGENSCHAFTEN:
 Das Ritchey P-22 besitzt eine fast schon klassische Geometrie. Daher wundert es nicht, wenn sich ein sportlicher Fahrer auf Anhieb wie zu Hause fühlt. Dabei ist die Fahrhaltung durch den relativ steilen Ritchey Logic-Vorbau so bequem, daß man selbst ausgedehnte Touren problemlos absolvieren kann. Auch im Lenkverhalten birgt der rote Renner keinerlei Geheimnisse: Locker und leichtfüßig umrundet das P-22 enge Kurven und winklige Trialpfade. Durch das geringe Gewicht - unter 10 Kilogramm - fliegt das Bike wie entfesselt den Berg hinauf. Auf schnellen Abfahrten kommt das Ritchey P-22 jedoch an seine Grenzen: Schwere Fahrer versetzen das zarte Rohrgeflecht spürbar in Unruhe. Dies liegt hauptsächlich an der geringen Torsionssteifigkeit der filigranen Stahlrohre im Steuerkopfbereich. Leichte Fahrer wissen jedoch den ausgezeichneten Fahrkomfort zu schätzen.

ZIELGRUPPE:
 Das Ritchey P-22 bietet neben der klassischen Optik hervorragende Fahreigenschaften, ein geringes Gewicht und hohen Fahrkomfort. Kein Wunder, daß man erfolgreiche Ritchey-Teams auf allen Rennstrecken dieser Welt antrifft.

PREIS-LEISTUNGS-VERHÄLTNIS:
 Schlecht. 9,8 Kilo für einen Stahlrahmen mit normaler Shimano- und Ritchey-Ausstattung aus der Großserie können sich zwar sehen lassen. Trotzdem: Viel Feinarbeit und durchdachte Detaillösungen mögen ihr Geld wert sein, aber 6500 Mark sind eindeutig zu viel.

IMAGE:
 Sehr gut. Klassische Optik, moderne Technik, "Urvater"-Bonus. Sehr erfolgreiches Teamrad. Setzt Maßstäbe im Leichtbau. Einer der bekanntesten Namen überhaupt. Kommt allerdings "nur" aus Japan.

Der Greifer: Der Ritchey Z-Max zeichnet sich durch Grip in jedem Gelände aus.
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