Klein Pulse 20th XL...
Klein Pulse 20th XL...
Gary Klein: Oversized sind nicht nur die Alurohre an
den Bikes von Gary Klein. Auch er selbst gehört eher zu den
groß dimensionierten in der Mountainbike–Szene. Gute 1,90
STIFFNESS – STEIFIGKEIT
IM RAHMEN
IST DIE HAUPTSACHE
groß, 90 Kilo schwer und mit
einem freundlichen Babyface
ausgestattet, macht Gary
Klein nicht unbedingt den
Eindruck eines leidenschaftlichen
Hardcore–Bikers. Auf einer ausgiebigen Tour auf den
Single Trails in der Umgebung von Chehalis im US–Staat

Thing big: Die
Unterrohre haben
einen Durchmesser
von 1 7/ 8 Zoll

Washington demonstriert er schnell das Gegenteil. Sein Fahrstil und die speziellen Anforderungen, die das Gelände um seine Heimat stellen, erklären aber auch, warum Gary seine Bikes so designed, wie er es seit 20 Jahren macht.
  Ein 200–Meilen–Rennen auf einem Schwinn Versity Straßenrad weckte in Gary Klein Anfang der 70er Jahre die Leidenschaft zum Fahrrad. Und obwohl er erfolgreich an der Elite–Uni Massachusetts Institute of Technology (MIT) Chemie studierte und später als Student in der Ölindustrie arbeitete, blieb er seinem Hobby "Fahrrad" treu. Als er 1975 seine Ingenieursprüfung ablegte, bekam er eine Chance geboten, von der deutsche Studenten nicht zu träumen wagen. Das Projekt lautete: Wie gründet man eine erfolgreiche Firma ? Die Universität stellte die Räumlichkeiten und die meisten Materialien zur Verfügung und schoß noch 20000 Dollar zu. Klar, daß Gary sich mit seinen drei Kumpels fürs Fahrrad–Business entschied. Sie produzierten auf dem Campus Rahmenlehren und Prototypen für Straßenräder, bis die Unileitung sie hinauswarf. Inzwischen nur noch zu zweit, schweißten sie in einer alten Lagerhalle von Garys Vater die nächsten vier Jahre mit mäßigem Erfolg weiter. Er selber gibt heute unumwunden zu, daß die Rahmen nicht die besten waren, und erst als er die Preise seiner Modelle verdoppelte, so daß seine Vorstellungen von Material und Qualität verwirklicht werden konnten, hatte er
Erfolg. Der große Durchbruch kam aber, nachdem er 1985 zum ersten Mal auf einem Mountainbike saß und die Chancen von Aluminium für diese neue Art von Bikes erkannte.
  Zum Bike: Ergebnis seiner Entwicklungen ist unter anderem das Pulse. Doch welches seiner Bikes man auch betrachtet, die Merkmale, auf die er am meisten Wert legt, finden sich bei allen seinen Bikes wieder. Das einzige, worauf er am Pulse verzichtet, ist sein wartungsfreier oversized Steuersatz, den er an den Topmodellen Adroit und Attitude mit seiner superleichten Lenker/ Vorbau–Combo kombiniert. Tests in den USA bescheinigen dieser Konstruktion Bestnoten in Bezug auf Gewicht und Steifigkeit. Genau diese zwei Begriffe sind für Gary das zentrale Thema im Rahmenbau. Zum einen sollen die Bikes so leicht wie möglich sein, zum anderen ein Maximum an Stabilität bieten. Mit einer speziellen Alulegierung, deren genaue Zusammensetzung er immer noch geheim hält, erreicht er phantastische Festigkeitswerte. Jedes einzelne Rohr paßt er mit dem idealen Durchmesser und variablen Wandstärken optimal an die Belastungen an. Die großen Rohrdurchmesser verschaffen ihm dabei eine unerreichte Steifigkeit im Tretlagerbereich, in dem sein wartungsfreies Innenlager steckt. Doch auch in der Verarbeitung ist Gary Klein ein Perfektionist. Die Schweißnähte werden alle von Hand verschliffen und poliert, so daß die Übergänge
PERFEKTION IN
MATERIAL, VERARBEITUNG
UND FINISH
zwischen den Rohren nicht mehr zu erkennen sind. Die gleiche Liebe zum Detail gilt auch bei der Verlegung von Brems– und Schaltzügen. Damit sich ja kein Blatt in den Drahtseilen verfängt, verschwinden sie in kleinen Röhrchen und laufen innerhalb des Rahmens nach hinten. Schön anzusehen, aber ein Fluch, wenn man neue Züge einfädeln muß.
  Perfekt auch das Finish. Sonst erinnern manche "paint jobs" eher an einen LSD Rausch, aber das 20th Anniversary präsentiert sich in dezentem schwarz, versiegelt mit einem Durethan–Lack, der ewigen Glanz garantiert. Warum bei Klein alles so haltbar und wartungsfrei verarbeitet wird, hat seinen Grund. Auf den matschigen Trails um Chehalis im Nordwesten der Vereinigten Staaten werden Garys Bikes ordentlich eingesaut. Zum Waschen taucht er sie einfach in einen Bach !
Zum Glück ist alles dicht.

Alleskönner:
Gary Klein kon–
struiert neben
seinen Bikes un–
anderem auch
noch seine Death
Grip–Reifen

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